Svenja

¡Me llamo Svenja!

 

Ich arbeite in ziemlich vielen verschiedenen Projekten: morgens im Kindergarten in Lagunillas, in der „escuela“ als Schulassistenz oder im Krankenhaus und nachmittags im Mädchen-Internat.

 

In Bolivien kennen die Einheimischen eher meinen zweiten Namen, Elena, den sie mit großer Freude so oft es geht verniedlichen: Elenita.

Ich bin 19 Jahre alt und komme aus Kelkheim, eine Stadt in der Nähe von Frankfurt. Ich habe im letzten Jahr mein Abitur gemacht und möchte nach meinem Freiwilligen Dienst Medizin studieren.

 

Warum ein Freiwilligen Dienst in Bolivien?

Natürlich mag ich meine Heimat sehr, ich hatte aber schon immer ein großes Bedürfnis heraus zu kommen und die Welt zu entdecken. Da ich fünf Jahre lang Spanischunterricht in der Schule hatte und mich immer ein wenig quälen musste, wollte ich unbedingt nach Südamerika, um endlich mein Spanisch zu perfektionieren. Nachdem mir meine Freundin Bilder vom Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Welt, der bei Regen zu einem riesigen Spiegel wird, gezeigt hatte, war für mich klar, dass ich nach Bolivien möchte. Berge, Regenwald, Wüste, Spuren alter indigener Kulturen überall, sogar ein halbes Meer (Titicacasee) und natürlich zahlreiche traditionelle Tänze - was will man mehr? Nun musste mich nur noch eine Organisation nehmen. Nach langem Bewerbungsprozess- um auch sicher genommen zu werden, bewarb ich mich bei insgesamt vier Organisationen – bekam ich einen Weltwärts-Platz bei Volunta in El Villar.

Meine Motivation für den Freiwilligen Dienst ist neben dem Wunsch die bolivianische Kultur und das einfache Leben kennen zu lernen, auch die Hoffnung in diesem Jahr nicht nur zu nehmen, sondern auch geben zu können. Das was ich von Bolivien mitnehme, oder zumindest Teile davon, könnt ihr in meinen Erfahrungsberichten lesen.

 

¡Saludos de Bolivia!

 

Berichte:

 

Erste Eindrücke aus Bolivien

 

Bolivien - ein Land voller Gegensätze, voller Absonderlichkeiten, voller Faszination und Inspiration. Und hier werden wir ein Jahr verbringen.

Ein bisschen mehr als ein Monat haben wir jetzt bereits hinter uns gebracht. Deshalb ist es nun an der Zeit die ersten Eindrücke zu sammeln und zu dokumentieren.

 

Gegensätze

Kalt und heiß, arm und reich, neu und alt, Tradition und Entwicklung... ob in den bolivianischen Nächten, in den Großstädten oder auch auf dem „campo“(Land), Gegensätze findet man überall. Das beste Beispiel für diese Gegensätzlichkeit ist Santa Cruz: moderne, westlich geprägte  Gebäude neben ärmlichen Holzschuppen. Aber auch in den „tiendas“(kleine Kaufmannsläden) auf dem „campo“ findet man sehr kuriose Gegensätze: ein Kalender mit nackten Frauen neben einem Poster der heiligen Mutter Gottes.

Distanz

In Bolivien ist eine über 10-stündige Busfahrt eine Normalität. Über Distanz und die Zeit, die benötigt wird, um die Strecke hinter sich zu bringen, wird sich nicht beschwert, selbst wenn es bedeutet die Nacht im Bus zu verbringen.

Fett

Das Essen, das größtenteils aus Fleisch, Reis und „papas“(Kartoffeln) besteht, ist immer sehr fettreich. Selbst die Suppen scheinen frittiert. Fett ist ja auch ein Geschmacksträger. Außerdem findet das Fett oft Wiederverwendung.

Handymusik

Ob groß, ob klein, sobald jemand ein Handy hat, wird die Umgebung mit lauter lateinamerikanischer Musik beschallt.

Weite

Egal, wo man in Bolivien ist, der Himmel wirkt immer weiter als in Deutschland. Besonders die Flotafahrten (Busfahrten) bieten einem unglaubliche Ausblicke auf kilometerweite Grashügel.

Zeit

Besonders auf den „campo“ fällt einem als Europäer sofort auf, dass die Menschen in Bolivien mehr Zeit haben. Man beginnt ein Gespräch und geht wie selbstverständlich davon aus, dass es in fünf Minuten endet. Die Menschen hier haben mehr Zeit. Und wenn sie etwas interessant finden, nehmen sie sich die auch. So kann es sein, dass das Gespräch plötzlich 20 min dauert.

Müll

Traurig aber wahr – den kann man wirklich überall in Bolivien finden. Vor allem Plastik verschmutzt die schöne Landschaft und die Stadt. In El Villar z.B. ist der Fluss nicht betretbar, weil er so vom Müll verschmutzt ist. Die Müllentsorgung ist jedoch schwierig, da es keine Müllabfuhr gibt.

Alter

Alter spielt in Bolivien teilweise keine Rolle. In Lagunillas beispielsweise gibt es viele älteren Menschen, die ihr Alter nicht kennen.

Höflichkeit

Grüßt man Menschen auf der Straße in Deutschland, wird man meistens verwundert, fast feindselig, gemustert, wenn man die Begrüßten nicht kennt. In Bolivien auf dem „campo“ ist es Pflicht die älteren Menschen zu grüßen. Außerdem wird großen Wert auf die Form der Begrüßung gelegt: Morgens bis 12 Uhr sagt man“buen día“, von 12 bis zur Dämmerung „buenas tardes“ und bei Dunkelheit „buenas noches“.

Süßigkeiten

Selbst in den entlegensten Ecken in Bolivien kann man darauf wetten, dass es irgendwo eine tienda mit Süßigkeiten gibt. Leider hat das für Groß und Klein negative Auswirkungen auf die Zähne, da Zähneputzen alles andere als eine Selbstverständlichkeit ist.

Spanisch

Das Spanisch in Bolivien ist anders als das castellano aus Spanien. Ausdrücke wie „vale“ oder „okay“ sind nicht zu  finden. Dafür benutzen die Menschen oft zur Zustimmung „ya“ oder bei Nachfragen „no ve?“. Verniedlicht wird gerne: „un ratito“, „chiquitito“ oder auch der eigene Name. Manche Menschen kann man teilweise auch  schwer verstehen, weil sie Quechua und Spanisch mischen. Sehr interessant ist auch die Verwendung von englischen Namen mit abenteuerlicher Schreibweise: z.B. Rosmeri, Deysi...

Hunde

Straßenhunde gibt es hier echt überall, ob in der Stadt oder auf dem „campo“. Sie gehören zu den Geschöpfen, die mir hier fast am meisten Leid tun. Oft werden sie von den Menschen sehr schlecht behandelt, sind dreckig, voller Flöhe, dürr bis auf die Knochen und sehr liebesbedürftig.

Ruhe

Ruhe ist für Menschen sehr kontrovers: auf der einen Seite fürchtet man sich davor, auf der anderen Seite sucht man sie und braucht sie. In Bolivien auf dem „campo“ jedenfalls ist sie überall zu finden.

 

 

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